Wenn im Bülacher Sportzentrum Hirslen ein Orientierungsläufer mit einem Stadtrat plaudert, wenn Velofahrer mit muskulösen Waden und Kletterer mit nicht minder muskulösen Oberarmen an Weingläsern nippen, dann ehrt die Stadt ihre Sportler. An der gestrigen Feier war auch diejenige Athletin anzutreffen, welche unangefochten zuoberst auf dem Podest stehen würde, gäbe es unter Bülacher Sportlern eine Meisterschaft im Berühmtsein: Sarah Meier. «Lassen meine Termine es zu, komme ich stets gerne in die Hirslen», sagte die Eiskunstläuferin, die unzählige Stunden in der Anlage trainiert hat, «und Bülach ist und bleibt mein Zuhause, in dem ich mich wohlfühle.»
Der Ruhm ist ihm nicht wichtig
Seit sie vor einem Jahr die EM-Goldmedaille gewann, steht Meier mehr denn je im Fokus der Kameras, als «goldene Eisprinzessin» von allen bewundert, im Alltag von allen erkannt. Anmutig Pirouetten drehen das kann auch Matthias Kilchenmann, und 2011 gewann der 13-Jährige ebenfalls Gold: Der Rollkunstläufer wurde Schweizer Meister in der Kombination. Aber weil er auf Rollstatt Schlittschuhen dahingleitet, hat ihm sein Erfolg nicht annähernd dieselbe Berühmtheit beschert wie Sarah Meier. «Dennoch bereue ich nicht, dass ich mich für Rollkunstlauf entschieden habe», versicherte er. «Ich habe die Sportart gewählt, weil ich sie so gerne habe. Nicht, um berühmt zu werden.» Dass seine Stadt ihn zum fünften Mal zu einer Feier seiner Erfolge eingeladen habe, sei eine Ehre, erklärte er und freute sich über die dargereichten Gutscheine eines Sportgeschäfts. Schliesslich kann er als Vertreter einer Randsportart nicht auf Sponsoren zählen.
45 Sportler ehrt Bülach dieses Jahr, und wie immer haben viele davon grosse Erfolge gefeiert so viele, dass mancher vermutet, man mische Doping ins städtische Trinkwasser. «Daran liegt es nicht», sagt Jeannette Herzog vom Sportamt lachend. «Der Erfolg ist mit den guten Bedingungen zu erklären, die Talente vorfinden: In Bülach gibts und gabs viele starke Vereine mit guten Trainern und hervorragender Nachwuchsförderung».
